Das Andromeda-Monument
Mit Wim Vandemaan (aka Hartmut Kasper) hat wieder ein Autor den Roman zu einem PERRY RHODAN Extra verfasst, der kein Teamautor ist. Aber natürlich ist Hartmut kein Anfänger, hat er doch mit seinen beiden ATLAN-Heftromanen und seinem LEPSO-Taschenbuch bewiesen, dass er schreiben kann.
Auch »Das Andromeda-Monument« hat mir sehr gut gefallen. Der Roman spielt im Terrania des Jahres 1345 NGZ. Im Mittelpunkt steht die 33jährige Darienne Roya, eine von vielen Millionen Globisten. Sie gerät im Lauf der Handlung immer mehr in den Bann von Pararealitäten, die von einer uralten Waffe der Meister der Insel ausgelöst werden. Das Mental-Katapult wurde vor ca. 20.000 Jahren von den MdI auf dem Planeten Tikagal in Andromeda errichtet, später jedoch wieder deaktiviert, da die Waffe sich als schwer kontrollierbar erwies.
Die Tefroder um Sever Dimrat, die das Katapult bedienten, wurden von den Meistern in den Dakkarraum verbannt. Von dort haben sie nun über einen glücklichen Zufall Verbindung zum Realraum knüpfen können. Durch Sever Dimrat und das Mental-Katapult wird die Existenz der zweiten Menschheit bedroht. Darienne gelingt es am Ende die Gefahr abzuwenden, auf Kosten ihres eigenen Lebens.
Wim Vandemaan schildert in seinem Roman einen sehr interessanten Einblick in das Leben im Terrania des August des Jahres 1345 NGZ. Trotz der tödlichen Bedrohung durch die Terminale Kolonne TRAITOR verläuft das Leben der Bürger der Hauptstadt der Erde weitgehend normal.
Neben den “normalen” Stadtteilen hat Terrania auch eine dunkle Seite. Allerdings ist die Schilderung in diesem Fall m.E. zu übertrieben. Die Umtriebe im Untergrund des Stadtteils Happy Town würde man eher auf einer Freihandelswelt wie Lepso vermuten und nicht in Terrania.
Eine wichtige Rolle für die Handlung spielt auch das ESCHER-Gebäude, allerdings ohne dass das Geheimnis dahinter gelüftet wird. Dies steht wohl in Kürze in den Heften der PR-Erstauflage an. Perry Rhodan selbst kommt in dem Roman übrigens nur kurz und ganz am Rande vor, was der Handlung aber keineswegs schadet.
Insgesamt hat Wim Vandemaan einen SEHR GUTen Roman vorgelegt, der mich kurzweilig unterhalten hat. Nachdem bereits der Roman von Bernhard Kempen in Extra 3 eine deutliche Steigerung zu den beiden Vorgängern darstellte, setzt Wim Vandemaan jetzt noch eine ganze Schippe an Qualität drauf. So kann es weitergehen! (Im Herbst 2007 steht ja bereits das nächste PERRY RHODAN-Extra an)
Noch kurz etwas zur weiteren Ausstattung. Die Farbbeilage »Lebensräume der Zukunft« von Günter Puschmann ist zwar nett anzusehen, bleibt aber leider viel zu abstrakt, um wirklich einen Einblick in die Lebensumstände im 14. Jahrhundert NGZ geben zu können.
Die zweite Beilage, eine Audio-CD mit dem Mitschnitt des Hörspiels »Ein lausiger Historiker« und der Story »Leviathan 3.0« habe ich noch nicht angehört. Dazu später vielleicht mehr.
Insgesamt bietet das PERRY RHODAN Extra 4 ein deutlich verbessertes Preis-Leistungs-Verhältnis als die letzte Ausgabe!
14. März 2007 um 03:43
[...] Es war die Zeit, in der Vertreter mit glänzenden Augen Staubsauger und Waschmaschinen mit vielen Knöpfen verkauften, die Männer ihre ersten Autos erstanden und die Frauen sich über Küchenmaschinen freuten. Damals, 1960, wurde die größte und umfangreichste Science-Fiction-Serie der Welt geboren. Mitten in Deutschland. Mitten in Bayern. In München. Es wurde eine der ersten Serien, an der ein, nun, heute würde man sagen: “Multi-Autorenteam” arbeitete, mediengeschichtlich sehr bemerkenswert. Fast schon prophetisch wurde in Heft 1 die erste bemannte Mondlandung auf das Jahr 1971 gelegt (so früh hielt das zum damaligen Zeitpunkt niemand für möglich). Dort entdeckten die irdischen Astronauten ein gestrandetes Raumschiff eines entfernten Volkes (das inzwischen völlig degeneriert war, weil es den ganzen Tag vor Unterhaltungsbildschirmen dahin dämmerte). Russland, China und die USA sind die drei großen Machtblöcke und so manch “Zeitgeistiges” findet sich in diesen ersten Romanen – z. B. hielt die Hauptfigur – Perry Rhodan – eine weltweite Fernsehansprache, die “bis ins kleinste Negerdorf” gehört wurde … Da diese Serie seit 45 Jahren ununterbrochen läuft, werden wohl etliche von uns zumindest in jungen Jahren schon mal einen Band gelesen haben. Wie auch immer: Gerade ist ein Sonderheft mit Audio-CD erschienen (Inhaltsbeschreibung im Blog von Talsamon) – aber viel interessanter finde ich, dass der Verlag das gesamte Heft also Download bei Audible zur Verfügung stellt. Immerhin 4 1/4 Stunden für 6,95 – das finde ich fair. Gelesen und betont wird der Text von Josef Tratnik sehr gut, allerdings hat die Tonqualität leichte Schwächen. Bei dieser Gelegenheit habe ich festgestellt, dass Audible eine erbärmliche Nutzerführung hat – wie kann ein solches Portal es sich nur leisten, ohen Usability-Tests auszukommen (ja, ich weiß, dass fragt man sich bei Microsoft auch )? Der Roman ist in sich geschlossen – man kann also ganz gut folgen, auch wenn man schon lange aus der Serie “draußen” ist. Übrigens, wer mal wissen will, was sich inzwischen alles im Rhodan-Universum abgespielt hat: Unwahrscheinlich gut gepflegt ist die Perrypedia mit über 9.000 Artikeln, Struktur, Aufbau, gekennzeichnete Artikel usw. – Kompliment an die Leute, die dort schreiben! [...]